StartseiteDie Kirchenmaus von St. FidelisInterwiews

Ich hatte Gelegenheit Herrn Pfarrer Monsignore Herbert Schmucker, Leiter der Seelsorge-Einheit St. Fidelis – St. Maria, ein paar Fragen zu stellen.

Seit über 10 Jahren gibt es nun die Seelsorge-Einheit „St. Fidelis – St. Maria“; aus Sicht der Fidelianer gab es zwar einige Verknüpfungspunkte, aber so richtig zusammengewachsen sind wir nicht. Wie sehen Sie die Entwicklung der Seelsorge-Einheit? Werden die Chancen richtig genutzt? Wenn nein, woran liegt es?

Der Blick über den eigenen Kirchturm fällt den Mitgliedern der beiden Gemeinden St. Maria und St. Fidelis schwer. Dies gilt auch für die Verantwortlichen in den Kirchengemeinderäten, zumal die Bildung der Seelsorgeeinheit keine „Liebesheirat“ war, da beide Kirchengemeinderäte sich dagegen ausgesprochen hatten. In Fidelis hat man dem Verlust des eigenen Pfarrers lange nachgetrauert! Neben der gemeinsamen Firmvorbereitung und –feier, wurde in einem Jahr auch die Vorbereitung der Erstkommunion gemeinsam durchgeführt, jedoch wegen Bedenken im KGR St. Fidelis nicht weitergeführt. Zwischenzeitlich gibt es „zarte“ Kontakte in der Seniorenarbeit und von den beiden Sozialausschüssen. Auch die Beziehungen zu den muttersprachlichen Gemeinden sind durch die gemeinsame Nutzung der Kirchen und Gemeindezentren und den Austausch im sog. Gemeinsamen Ausschuss deutlich verbessert.

Durch die Aufgabenteilung mit den anderen hauptamtlich Zuständigen haben Sie relativ wenig direkte Verbindung zu den Gemeindemitgliedern von St. Fidelis. Was für ein Bild haben Sie von der Gemeinde? Wie wird aus Ihrer Sicht die Zukunft von St. Fidelis aussehen?

Eine Gemeinde heute, zumal St. Fidelis, ist ein plurales Gebilde. Es gibt in Fidelis einen großen Kreis engagierter Mitglieder, die ihre Talente in verschiedenen Bereichen einbringen. Daneben ist Fidelis Gottesdienstort für Menschen weit über das Territorium der Gemeinde hinaus. Insbesondere die Kirchenmusik ist hier Anziehungspunkt. Nicht zu vergessen die verschiedenen Gruppen, die religiös-spirituelle Impulse setzen. Insgesamt wird es darum gehen, in Zukunft sich stärker zu öffnen und zu vernetzen, nicht nur mit den Gemeinden der Seelsorgeeinheit, wobei es auch darum geht, den kulturellen und spirituellen Reichtum der muttersprachlichen Gemeinden zu entdecken und die ökumenische Zusammenarbeit zu stärken.

Die „Personaldecke“ in St. Fidelis (wie auch in St. Maria) wird immer dünner. Wie erleben Sie dies in Ihrer Rolle als Gemeindeleiter? Wie sieht die Personalplanung aus?

Was das hauptberufliche pastorale Personal betrifft, sind bei uns, außer der zurzeit vakanten Stelle des Diakons, alle Stellen des von der Diözese aufgestellten Stellenplans besetzt. Dazu hin haben wir in der Seelsorgeeinheit Diakon Hilberg als Seelsorger in einem Teil der Altenpflegeheime und Pfarrer Brauer und Hochschulpfarrer Haas, die immer wieder in St. Fidelis Eucharistie feiern. Im Übrigen gilt es das vom II. Vatikanischen Konzil wieder in den Blick gebrachte gemeinsame Priestertum aller Gläubigen zu realisieren!

Eine Frage, die auch viele andere Gemeinden beschäftigt: wie schaffen wir es, mehr Menschen an die Gemeinde zu binden? sie zum Mitfeiern, zur Mitarbeit zu bewegen? Wie lässt sich Gemeinschaft erfahrbar machen?

Zunächst einmal geht es uns darum als christliche Gemeinde den Menschen heute Orte anzubieten, an denen sie die Botschaft Jesu Christi als Evangelium, als gute Nachricht für sich selber erfahren, die ihnen Lebenssinn und Lebenskraft geben. Dafür gilt es Orte zu bieten und MitarbeiterInnen zu finden, die sich für andere zur Verfügung stellen.

Noch ein paar persönliche Fragen:

Sie blicken auf eine lange Berufszeit zurück; was war für Sie der größte Umbruch in diesen Jahren? was sind für Sie die schönsten Erinnerungen in dieser Zeit? Würden Sie noch einmal den Beruf als Priester und Seelsorger wählen?


Meine Berufswahl fiel in die Zeit des II. Vatikanischen Konzils. Ich erlebte als Jugendlicher, dass eine altehrwürdige Kirche, die in ihren Traditionen erstarrt war, sich aufmachte, sich öffnete und eine dynamische Kraft entfaltete, die mich faszinierte und begeisterte. Aus dieser Erfahrung schöpfe ich Kraft bis heute und bin froh und dankbar als Priester arbeiten zu können.

Viele Menschen können mit dem Ehrentitel „Monsignore“, der Ihnen verliehen wurde, nichts anfangen; können Sie uns dazu ein paar Hintergrund-Informationen geben?

Auf Vorschlag des Bischofs ernennt der Papst einen Priester zum sog. Päpstlichen Ehrenkaplan.
Er wird mit „Monsignore“ angesprochen und im deutschen Sprachraum häufig so bezeichnet. Er darf in und außerhalb des Gottesdienstes eine schwarze Soutane mit violetter Paspelierung (spöttisch als „Knopflochentzündung“ bezeichnet), violetten Knöpfen und einem Zingulum aus violetter Seide mit gleichfarbigen Fransen tragen. In unserer Diözese wird dieser Titel u.a. dem Sprecher des Priesterrats verliehen.

Gibt es für Sie Bezugspersonen, denen Sie Ihre Gedanken, Sorgen und Gefühle anvertrauen können?

Selbstverständlich habe ich Menschen, die mir wichtig sind und mit denen ich in freundschaftlicher Verbundenheit lebe.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Ich weiß, dass Sie gerne Skifahren; haben Sie noch weitere Hobbies? Wie halten Sie sich fit?


Als Kind der Schwäbischen Alb war das Skifahren im Winter für mich selbstverständlich! Ich wandere und schwimme gerne, bin ein Freund der Musik und der Literatur und freue mich darauf, dies alles einmal im Ruhestand intensiver betreiben zu können.

Haben Sie ein Lebensmotto? Verraten Sie es uns?

Als Lebensmotto, insbesondere im Blick auf meinen Dienst als Priester, kann ich meinen Primizspruch nennen, der auch mein Verständnis priesterlicher Existenz verdeutlichen soll. Er stammt vom Apostel Paulus und lautet: „Wir wollen nicht Herren sein über euren Glauben, sondern wir sind Diener eurer Freude“ (2 Kor 1,24).

Herzlichen Dank, Herr Schmucker,
dass Sie sich für den kleinsten Reporter der Kirchlichen Mitteilungen Zeit genommen haben.


Seid pfiffig gegrüßt von Eurer Kirchenmaus


Die Kirchenmaus hatte Gelegenheit mit dem Diakon und Klinikseelsorger,
Herrn Josef Pollakowski ein Interview zu führen.

KM: Herr Pollakowski, Sie sind Diakon und Klinikseelsorger. In welchem Krankenhaus sind Sie tätig?
H. Pollakowski:
Ich bin Klinikseelsorger am Diakonie-Klinikum und der Charlottenklinik mit ca. 500 Betten direkt in der Nachbarschaft zu St. Fidelis.

KM: Gehen Sie den ganzen Tag von einem Krankenbett an das nächste?
H. Pollakowski:
Den ganzen Tag von einem Bett zum andern gehen nein, das geht nicht.
Wir sind ein Team, das aus einem katholischen, 2 evangelischen Seelsorgern und 1 ehrenamtlichen (ev.) Seelsorgerin besteht. Wir versuchen mit möglichst allen Patienten in Kontakt zu kommen.

Ich selber besuche katholische, orthodoxe Patienten, auch jene ohne Angaben. Selbstverständlich besuche ich alle im gleichen Zimmer anwesenden evangelischen Christen, Muslime und Konfessionslose gleichwertig.
Daneben gibt es noch andere Aufgaben: Gespräche mit Angehörigen, mit dem Personal, mit Ärzten, Gottesdienst- und Predigtvorbereitungen, Gottesdienste und Andachten, Krankenkommunion spenden, Sterbende begleiten, Aussegnung von Verstorbenen im Zimmer oder Abschiedsraum, Palliativbegleitung, Mitwirkung im Ethikkomitee, Beiträge für das Klinik-TV – Aufnahmen für unsere Seelsorge-Radiosendung usw.

KM: Wie alt sind Ihre Patienten?
H. Pollakowski:
Die meisten Patienten sind über 50 Jahre alt.

KM: Ist das nicht sehr deprimierend, den ganzen Tag nur kranke Leute zu sehen?   
H. Pollakowski:
Ich sehe vorrangig nicht die Krankheit, sondern einen Menschen vor mir, wie Du und ich es auch sind. Ich bekunde mein Interesse an ihm und versuche, meine Wertschätzung spüren zu lassen, indem ich ihn anspreche, ihm zuhöre, ihn ernst nehme und seine Sorgen zu verstehen versuche. Die sorgenvollen Gespräche wechseln sich auch mit heiteren Begegnungen ab.

KM: Woher nehmen Sie die Kraft, den Menschen Mut/Geduld zuzusprechen?  
H. Pollakowski:
Das habe ich in Laufe der Jahrzehnte gelernt, die Kraftquellen sind die Beziehung zu Gott und der Wertgehalt, der sich aus der augenblicklichen Begegnung mit dem Mitmenschen ergibt, d.h. indem ich jedem kleinen „Dankeschön“ oder jedem nur leicht anmutendem Lächeln des Patienten den „gleichen“ Wert zumesse, wie ich meinte an eigener Aufmerksamkeit, an zugesprochener Ermutigung, an Gebet oder erteiltem Segen vor Ort „liegengelassen“ zu haben, erst dann findet ein ebenbürtiger Austausch statt, der mich auf Dauer fähig macht, meinen Dienst mit Freude und erfüllt zu verrichten. Ich räume aber auch ein, das gelingt nicht immer, deshalb ist ein ganz anderes Tun in der Freizeit „notwendig“.

KM: Falls Sie nicht den ganzen Tag im Krankenhaus zubringen, was machen Sie sonst noch als Diakon und Krankenhausseelsorger?
H. Pollakowski:
Ich bin den ganzen Tag im Krankenhaus und tue das schon vorhin Erwähnte. Des weiteren predige ich ca. alle 2 Monate samstags und sonntags in St. Fidelis, einmal monatlich auch in der ev. Mutterhauskirche und wenn ich keine eigene Andacht in der Klinik habe, gehe ich auch gerne ins Gemeindehaus zum abendlichen Gotteslob. Dankbar bin ich den Gemeindemitgliedern von St. Fidelis, die jeden Sonntag abwechselnd die Krankenkommunion an den Krankenbetten spenden, wie auch Sr. Bertholda, die alle 14 Tage bei meinen Gottesdiensten in der Klinikkapelle Orgel spielt.

KM: Wie sieht für Sie die Gemeinde St. Fidelis in 25 Jahren aus? Welche Befürchtungen, welche Hoffnungen haben Sie? 
H. Pollakowski:
In 25 Jahren wird sich vieles gewandelt haben. Die Territorialgemeinde wird ziemlich ausgedünnt sein. Die wenigen Priester können entsprechend weniger Eucharistiefeiern anbieten. Der Dienst am Menschen rückt immer mehr in den Mittelpunkt.
Die engagierten Gläubigen werden sich in aufgabenorientierten Basisgruppen treffen, u.a. Kranke im Krankenhaus oder zu Hause besuchen, oder für in jeglicher Hinsicht hilfsdürftige Familien ein Treffpunkt sein. Kindergarten oder Kitas als Zentrum oder Ausgangspunkt pastoralen Handelns hat eine große Chance, da von hier aus viele Menschen und neue Schichten angesprochen werden könnten auch für unkonventionelle Gottesdienstformen. St. Fidelis eine Anlaufstelle für Selbsthilfegruppen, auch ein Begegnungsort für Gemeinschaften selbst bestimmter Spiritualität, als Ort der gegenseitigen Bestärkung. Es werden ökumenisch ausgerichtete Initiativen sein.

Ich wünsche mir eine weiterhin gleichbleibende Anzahl von Diakonenweihen, die in unserer Kirche den dienenden Geist Jesu als den „Diener aller“ wach halten. Ich hoffe sehr, dass es dann auch Diakoninnen geben wird – ungeweihte gibt es ohnehin schon sehr viele!
Die St. Fidelis-Kirche könnte sich darüber hinaus zu einem regionalen kirchenmusikalischen Zentrum entwickeln für herausragende Orgelinterpreten. Die Nähe zur Liederhalle bietet sich bestens an.
Ich hoffe so sehr, dass der von allen Seiten eingestandene notwendige Dialog, in Aufbruchstimmung für Neues umschlägt und sich in konkreten Veränderungen niederschlägt, solange die Bereitschaft dazu noch vorhanden ist

KM: Sind Sie verheiratet? Haben Sie Kinder? wenn ja, was machen Ihre Kinder?
H. Pollakowski:
Ja, ich bin seit 36 Jahren verheiratet und wir haben vier Töchter, von denen zwei im Berufsleben stehen und die zwei weiteren noch im Studium.

KM: Sind Sie stolz auf Ihre Kinder?
H. Pollakowski:
Natürlich!

KM: Sind Ihre Kinder stolz auf Ihren Papa?
H. Pollakowski:
Sie mögen den Papa und die Mama sehr.

KM: Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Haben Sie ein Hobby? einen Sport?
Reisen Sie gerne? wenn ja, was wäre für Sie ein Traum-Urlaubsziel? wenn nein, wo machen Sie Urlaub?
H. Pollakowski:
Freizeit?
Spazierengehen. Fahrradfahren, Schwimmen, Fotografieren, Lesen, Volleyball, für unsere Klinikkapelle die Kerze je nach Kirchenjahr künstlerisch gestalten, meiner Frau Blumen schenken ….. Nicht alles ist gleichzeitig möglich, aber doch immer wieder etwas.
Urlaub?
Oft im Freiburger Raum.
Traum?
Geschichtsträchtige Städte in Europa besuchen.

KM: Haben Sie ein Lebensmotto und wenn ja, welches?   
H. Pollakowski:
Es gibt so viele wichtige Menschen und Gedanken, die mir eine Orientierung im Leben waren. Repräsentativ zu erwähnen wäre da, „das Gute im Menschen sehen“. Darüber hinaus ist die biblische Person „Simon v. Cyrene“ eine Leitfigur in meinem seelsorgerlichen Dienst geworden.

KM: Vielen Dank, dass Sie sich für mich Zeit genommen haben!








Stuttgart, 02.2011

Die Kirchenmaus (KM) hatte Gelegenheit mit Pfarrer Emil Benk ein kleines Interview zu führen.

KM: Herr Benk, Sie sind ja in Fidelis leider „nur“ ein Teilzeitmitarbeiter, da Sie 50% Ihrer Arbeitskraft in die KAB investieren. Dort sind Sie Präses.
Was ist eigentlich die KAB und was machen Sie dort als Präses?

Diese Fragen in Kürze zu beantworten, ist sehr schwer. Dennoch werde ich versuchen, die Arbeit der KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) für Dich in wenigen Sätzen auf den Punk zu bringen.
Seit mehr als 160 Jahren schließen sich katholische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zusammen, um solidarisch für eine bessere, gerechtere Welt zu streiten. Die katholische Soziallehre ist das Fundament unserer Überzeugungen und unseres sozialen Engagements. Die KAB hieß früher „Werkvolk“. Sie ist ein katholischer Sozialverband, der sich für gerechte Verteilung von Arbeit und Einkommen, für die gleichberechtigte Mitarbeit der Frauen in Kirche und Gesellschaft, für eine familienfreundliche Gesellschaft sowie für durchschaubare politische Entscheidungen einsetzt. Dies geschieht durch Bildungsarbeit in Informationsveranstaltungen, Gesprächs- und Arbeitskreisen, Diskussionsrunden, Seminaren und Tagungen, Gesprächsrunden mit Politikern, Bildungsfreizeiten u.v.m.
In unserer Diözese gibt es 150 KAB-Ortsgruppen mit abwechslungsreichen Jahresprogrammen (auch Wallfahrten, Besinnungstage, Gottesdienste, Reisen, Geselliges, Ausflüge, …).
Bundesweit hat der Verband ca. 150 000 Mitglieder. Weltweit ist er durch die WBCA (Weltbewegung christlicher Arbeitnehmer) mit 61 Ländern verbunden. Die KAB in Rottenburg-Stuttgart hat eine Partnerschaft mit der KAB in Kenia und Uganda.

Mein KAB-Büro befindet sich in Degerloch im Bischof-Leiprecht-Zentrum. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist der Bereich Senioren. Als Zuständiger für Spiritualität halte ich Gottesdienste, Besinnungstage, Exerzitien, geistliche Impulse und erarbeite Gottesdienstvorlagen. Ich halte Vorträge und besuche Ortsgruppen, z. B. bei Jubiläen, Ehrungen oder anderen besonderen Anlässen. Außerdem begleite ich die Bezirke Stuttgart, Reutlingen-Horb und Böblingen.
Als Diözesanpräses bin ich Mitglied der Diözesanleitung. Unser Diözesanvorstand ist paritätisch besetzt und besteht überwiegend aus gewählten ehrenamtlichen Frauen und Männern.

KM: Kommen eigentlich während Ihrer Arbeitszeit in Fidelis auch Besucher, die Sie seelsorgerlich betreuen?
Ja, solche Gespräche finden zum Beispiel bei der Beichte statt oder nach Terminabsprache bei mir im Pfarrhaus. Heutzutage läuft auch vieles über Telefon oder Internet. Hausbesuche mache ich vor allem bei älteren Katholiken, oft verbunden mit Krankenkommunion oder Krankensalbung.

KM: Wieviel Besucher sind das im Monat? welche Anliegen haben diese Menschen?
Die Zahl schwankt sehr. Die Anliegen sind äußerst vielfältig: Von Tauf- über Trau- bis zu Trauergesprächen. Ebenso werden Glaubenszweifel und persönliche Probleme körperlicher oder seelischer Art sowie familiäre Probleme thematisiert. Nicht zu vergessen den „Bettler“, der vor allem um eine soziale Unterstützung bittet, und zugleich ein offenes Ohr für seine anderen Sorgen und Nöte erwartet.

KM: Seit einigen Jahren sind Sie ja schon auf dem Jakobsweg unterwegs. Ist es immer die gleiche Gruppe?
Wie viel Kilometer haben Sie in diesem Jahr geschafft? in wie vielen Jahren werden Sie Santiago de Compostella erreichen?
Inzwischen ist die Gruppe fünf Jahre unterwegs. Voraussichtlich im Jahr 2013 werden wir Santiago erreichen und wohl bis Kap Finisterre weitergehen. Im Grunde ist es stets die gleiche Gruppe, doch einzelne Teilnehmer mussten aus persönlichen Gründen (Gesundheit, Arbeitssuche, kranke Angehörige, …) pausieren oder aufhören. Dafür kamen neue Pilger und Pilgerinnen hinzu. Im Jahr 2010 betrug die Strecke gut 230 Kilometer.

KM: Früher gab es die Vorstellung, dass ein Pfarrer immer im Dienst ist. Ist das noch so? Haben Sie auch mal Freizeit?
Aufgrund meiner unregelmäßigen Tätigkeiten habe ich keinen festgelegten freien Wochentag, doch gibt es durchaus Tage oder Stunden, die ich ganz für mich selber nutzen kann. Und im Sommer war ich drei Wochen in Nordamerika, wo ich einen erholsamen Sommerurlaub verbracht habe.

KM: Was machen Sie in der Freizeit? haben Sie ein Hobby, einen Sport? Setzen Sie sich auch manchmal mit Freunden in den neuangelegten Pfarrgarten, grillen und genießen die Natur?
Ich lese gerne: Aktuelles, Krimis, Romane, theologische Fachliteratur. Die Natur genieße ich beim Laufen, Radfahren, Wandern, Bergwandern. Auch treffe ich mich gerne mit Freunden und Verwandten.
Der Garten neben der Kirche ist zwar einladend, doch halte ich mich dort selten auf.

KM: Haben Sie ein Lebensmotto und wenn ja, welches?
In der Ruhe liegt die Kraft (leider finde ich diese Ruhe nicht immer)

KM: Vielen Dank, dass Sie sich für mich Zeit genommen haben!

Interview mit indonesischen Schwestern

Besuch aus Indonesien!

Tuhanlah gembalaku, aku terjamin slalu (Psalm 23)



Drei indonesische Schwestern verbrachten einige Urlaubstage in Stuttgart bei
Sr. Aeterna und Sr. Bertholda.
Die Kirchenmaus (KM) hatte Gelegenheit mit Sr. Brigitta (37), Sr. Martina (31) und Sr. Evelyn (33) ein kleines Interview zu führen.

KM: Indonesien hat eine Vielzahl an Inseln; von welcher Insel kommen Sie?
Sr. Evelyn: ich komme aus Nord-Sumatra
Sr. Brigitta: ich komme von der Insel Nias
Sr. Martina: ich komme vom Toba See in Sumatra

KM: Leben Sie in einer klösterlichen Gemeinschaft?
Sr. Evelyn: Ja, wir sind in Indonesien 83 Schwestern und leben in 15 Konventen.
Sr. Brigitta: 1964 kamen die ersten deutschen Schwestern nach Indonesien und 1976 begann das erste Noviziat.
Sr. Martina: drei indonesische Schwestern sind derzeit in Brasilien und haben dort ihren Wirkungskreis.

KM: es gibt nur 5% Katholiken in Indonesien; ist es schwer für Sie? Können Sie Ihren Glauben offen leben?
Sr. Brigitta: es ist sehr unterschiedlich. Manchmal gibt es Probleme in ländlichen Gebieten, wenn z.B. ein Zugang zu einer unseren Schulen gesperrt wird. Aber dann suchen sich die Menschen eben einen „Nebenweg“. Dies sind allerdings Ausnahmen. Wir haben sonst keine Einschränkungen.

KM: wie feiern Sie Gottesdienst?
Sr. Martina: auch bei uns gibt es zu wenig Priester! Trotzdem können wir einmal in der Woche die Heilige Messe feiern. An besonderen Festtagen tanzen wir auch im Gottesdienst, in bunten, ganz unterschiedlichen Festgewändern.

KM: wann sind Sie nach Deutschland gekommen? Machen Sie „nur“ Urlaub und wie lange bleiben Sie?
Sr. Evelyn: Ich bin vor vier Monaten nach Deutschland gekommen und absolvierte am Goethe-Institut in Schwäbisch Hall einen Deutsch-Intensiv-Kurs. Außerdem habe ich Betriebswirtschaft gelernt, damit ich in meiner Heimat die verwaltungstechnische Organisation übernehmen kann.
Sr. Martina: Ich bin schon seit einem Jahr in Deutschland und bin Erzieherin. Im Moment arbeite ich im Kindergarten des Klosters Reute.
Sr. Brigitta: Auch ich bin seit einem Jahr im Kloster Reute. Ich bin ausgebildete Krankenschwester und bin zur Zeit im Altenheim tätig.

KM: Haben Sie Heimweh? (Alle drei nicken) Was vermissen Sie in Deutschland? Was gefällt Ihnen hier?
Sr. Martina: mir gefallen die unterschiedlichen Jahreszeiten am meisten!
Sr. Brigitta: und ich vermisse am meisten das indonesische Essen; wir versuchen zwar manchmal für und mit unseren Schwestern zu kochen, aber das geht leider nicht immer.

KM: Gibt es in Indonesien auch eine Kirchenmaus?
Sr. Martina (mit einem herzlichen Lachen): Es gibt zwar viele Mäuse, aber keine Kirchenmaus!

KM: haben Sie ein Lebensmotto?
Alle Drei: Na klar! Leben nach dem heiligen Evangelium.

Wir wünschen Sr. Brigitta, Sr. Martina und Sr. Evelyn noch viele schöne Eindrücke in Deutschland und viel Kraft für Ihre Aufgaben!


Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.